Wir werden, was wir praktizieren

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften haben gezeigt (mehr hier und hier), dass eine neue Form täglicher Meditation die soziale Verbundenheit untereinander steigern und das Gefühl von Einsamkeit reduzieren kann: die sogenannte kontemplative Dyade. Diese setzt im Gegensatz zu traditionellen, allein im Stillen für sich praktizierten Techniken auf gemeinsames Meditieren in Form von konzentrierten, achtsamen Dialogen.

Es zeigt sich, dass sich sich die Neuroplastizität in den für soziales Verhalten zuständigen Arealen des Cortex erhöht. Die sozialen Kompetenzen, Mitgefühl und die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen werden verbessert. Zudem lag der Cortisolspiegel nach sozialem Stress deutlich niedriger als bei alleine Meditierenden.

Sei der Fluss, der wir werden

Es liegen natürlich in keiner Art und Weise differenzierte Studien vor, die nun verschiedene Formen des achtsamen Dialogs ausdifferenzieren würden. Neben einer Fülle von Übungen, die ich Bewegungsdialog (Movement Dialogue) nenne, praktizieren wir in Korsika Open Hands, Dialog-Yoga und Acro-Yoga.

Und genau deshalb praktizieren wir sie: weil wir damit das Miteinander kultivieren. Jetzt liegen also erstmals auch wissenschaftliche Ergebnisse vor. Das ist wunderbar! Natürlich verleiten sie mich auch zu einem müden Lächeln: natürlich kultivieren diese verschiedenen Übungsformen des Dialogs das Miteinander, fördern verschiedene Sozialkompetenzen, reduzieren sozialen Stress und führen zu mehr Gelassenheit. Mein persönliches Experiment mit hunderten von Teilnehmern läuft dazu seit mehr als zwanzig Jahren Jahren und im Selbstversuch seit dreißig Jahren.

Open Hands

Auch ohne Neigung

Zitat Die Forscher des Instituts glichen ihre Ergebnisse natürlich mit einer Gruppe von Übenden ab, die klassische Meditation für sich alleine praktizierten. Die Praktizierenden hatten sich also ihre Methode nicht ihrer Neigung nach ausgesucht, im Sinne von, naja, Menschen, die ohnehin eine soziale Ader haben, suchen sich auch eher eine interaktive Übungspraxis aus.

Was wir daraus folgern können: Du wirst, was du praktizierst. Und deshalb praktizieren wir integrale Bewegung, und das beinhaltet verschiedene Partner-Settings! Wir praktizieren ein Bewegungsspektrum, das nicht beliebig ist, sondern ganz klar und gezielt unser Spektrum kultiviert.

Kommunikation ermöglicht Kommunion, Gemeinschaft. Eine gemeinsame Struktur ermöglicht dauerhaften Wandel.



Die Praxis

Möchtest du das auch? In Korsika gibt es die Gelegenheit dazu. Gleich zwei Mal im Jahr. Alle Infos dazu findest du hier.

Die gemeinsame kontemplative Grundhaltung ist auch ein wesentlicher Aspekt des ChakraYoga und seinem Ausbildungslehrgang.

Natürlich wird das ganze Spektrum auch in der Werkstatt angeboten, einfach in Häppchen.


© Martin Schmid 2017